9 Jahre Kunst liebt Mut: Rückblick Geburtstag & Finissage
„Plötzlich wurde mir gekündigt.“ So begann vor neun Jahren das Abenteuer meines Lebens.
Mit den Räumen hier in der Könneritzstraße, einer Idee im Kopf, einem roten Teppich und dem Traum von einem Ort, an dem sich Menschen und Kunst wie Zuhause fühlen. Heute, fast ein Jahrzehnt später, blicke ich auf übervolle WGT-Nächte, Freundschaften, hunderte von Menschen, die sich in diesen Räumen in ein Kunstwerk verliebt haben.
Am 7. Februar haben wir diesen Weg gefeiert, der 9. Galeriegeburtstag und die Finissage zur Ausstellung "Der nächste Schritt" an einem Abend!
Ein Abend über den Mut, den Kreis zu schließen
Es war ein Abend, an dem wir gemeinsam einen Kreis geschlossen haben. In unserer Ausstellungsreihe sind wir drei Etappen gegangen, die den Weg jedes kreativen Prozesses widerspiegeln:
Zur Eröffnung sprachen wir über den ersten Schritt: Den Mut, anzufangen.
Zur Midissage ging es um den nächsten Schritt: Den Mut, dranzubleiben.
Zum Abschluss, zur Finissage, ging es um den vielleicht schwierigsten Teil: Der letzte Schritt: Dem Mut, aufzuhören.
Es war wunderschön zu sehen, dass über 50 Gäste gekommen waren, um genau diese Fragen mit mir zu erkunden.
- Wann ist ein Bild fertig?
- Wann ist ein Projekt beendet?
- Und vor allem: Was kommt danach?
Besonders berührt hat mich, Gesichter im Publikum zu sehen, die schon vor 9 Jahren bei der Eröffnung dabei waren: Mein Vati & Regina, meine beste Freundin Vroni, mein Mann oder Ron & Kati.
Und dazu viele Bekannte, Freund:innen und Künstler:innen, die mir über die Jahre bekannt und vertraut geworden sind. Es gab auch ein paar Gäste, die zum ersten Mal da waren! Diese Mischung und dieser Rückhalt machen die Idee von „Kunst liebt Mut“ lebendig.
Die Kunst des Aufhörens: Einblicke der Künstlerinnen
Um zu ergründen, wie sich dieser mutige letzte Schritt anfühlt, habe ich die Künstlerinnen der aktuellen Ausstellung auf die Bühne gebeten. Es war faszinierend zu hören, wie unterschiedlich, und doch verbindend, ihre Perspektiven sind.
Die zentrale Frage des Abends war: Woher weißt du, wann ein Bild fertig ist? Und gab es Momente in deiner Karriere, in denen du eine Richtung beenden musstest, um Platz für Neues zu schaffen?
- Rina Pavar begeisterte die Gäste mit einem neuen Werk, das sie extra für diesen Abend mitgebracht hatte.
Florentine Joop, die extra von einer Lesung in Hof zu uns nach Leipzig geeilt war, teilte ihre Sicht auf den kreativen Prozess und gab uns persönliche Einblicke in ein früheres Gemeinschaftsprojekt, dass sie in Berlin gegründet hatte, bis es gescheitert ist.
Natalia Grebenjuk sprach über den Rhythmus von Zyklen und wie wichtig es ist, Loszulassen und das Ende einer Phase anzunehmen.
Jea Pics stellte ihr neues Werk vor und erzählte die ganz besondere Geschichte dahinter: Ein Bild, das den Moment des Wachsens förmlich ausstrahlt.
Juli Schupa hatte gleich drei neue Arbeiten im Gepäck. Eines davon war so begehrt, dass es noch am selben Abend ein neues Zuhause fand!
Anne Schlesinger konnte zwar urlaubsbedingt nicht persönlich dabei sein, war aber durch ihre starken Werke im Raum präsent.
Es wurde deutlich: Aufhören ist kein Scheitern, sondern die Vollendung und ein Beginn von etwas Neuem.
Mein persönlicher letzter Schritt
Das Aufhören gehört wie das Anfangen dazu. Genau an diesem Punkt stehe ich gerade selbst.
Das war dann auch Teil meiner Rede des Abends, in der ich meinen Gästen von meinen Plänen berichtet habe.
Alles begann in einer langen Pause vom Alltag. Bei mir war es die Reise über den Jahreswechsel, zur Ruhe-Kommen im Dschungel von Borneo.
Dieser weite Abstand zum Galerie-Alltag hat mir Raum und Klarheit für meine Gedanken geschenkt. Mit diesem Abstand habe ich den Mut gefasst, diese große Veränderung nicht nur zu denken, sondern auch auszusprechen:
Die Geschichte der Galerie in der Könneritzstraße ist bald zu Ende erzählt.
Natalia Grebenjuk hatte mir erst letztes Jahr vom Rhythmus der 9-Jahres-Zyklen erzählt, und alles hat sich für mich zusammengefügt. Es ist Zeit, die Galerie-Räume loszulassen.
Ja, ich habe mich entschlossen, die Räume in der Könneritzstraße in Leipzig im Mai zu verlassen.
Dieser „letzte Schritt“ ist für mich gleichzeitig ein erster Schritt für 'Kunst liebt Mut' mit neuer Freiheit, neuen Möglichkeiten.
Wer mich kennt, weiß: „Kunst liebt Mut“ ist meine Mission. Um meine Künstler:innen künftig mit voller Energie zu begleiten und Ausstellungen an ganz besonderen Orten zu organisieren, wechsle ich in den Studio-Modus.
Also keine Sorge: "Kunst liebt Mut" lebt weiter, nur eben in anderer Form.
Seit ich mit meinen Plänen rausgegangen bin, haben mich viele Nachrichten von euch erreicht. Schöne Erinnerungen und sogar neue Raum-Angebote.
Das hat mich sehr berührt, und es zeigt mir: Die Verbindung zwischen Kunst und Menschen braucht keinen festen Raum. Sie braucht eine Vermittlerin, (bin ich dann noch eine Galeristin?), die sich die Zeit für Klarheit und den Kern ihrer Arbeit nimmt.
Spannung pur: Die Blindauktion
Nach diesen tiefen Gedanken wurde es im Raum spürbar elektrisierend. Nach einer kurzen Atem-Pause startete unser großes Highlight: Die Blindauktion mit unserem Auktionator Carsten Steenbergen.
Die Energie war greifbar, es wurde mitgefiebert, gelacht und fleißig gesteigert.
Jedes Mal konnte man sehen, wie die Gesichter der neuen Besitzer aufleuchteten, als sie „ihr“ Werk zum ersten Mal sahen.
Ein riesiges Dankeschön an alle, die mitgemacht und damit die Künstlerinnen und meine Arbeit unterstützt haben!
So geht es weiter
Der Abend ist mit wunderbaren Gesprächen ausgeklungen und hat mir gezeigt: Wir haben eine wunderbare Gemeinschaft aufgebaut.
Bis Ende März hat die Galerie noch ganz normal geöffnet und zur Buchmesse kannst du gleich drei Lesungen in der Galerie besuchen.
Damit du den Startschuss für die nächsten Events, sei es zur Buchmesse und alles, was danach kommt, nicht verpasst, abonniere am besten gleich meinen Newsletter.
Ich freue mich riesig, wenn du mich auf diesem neuen Weg weiterhin begleitest!
Susanne Höhne
Ich bin Susanne, die Gründerin von Kunst liebt Mut. Nach 9 Jahren mit eigener Galerie in Leipzig möchte ich Räume abgeben, um Kunst noch freier erlebbar zu machen.
Bald kuratiere ich Kunstwerke für den Webshop, plane Pop-up-Events und begleite Künstlerinnen dabei, ihren eigenen Weg in den Markt zu finden.
Ich glaube fest daran: Kunst braucht keinen festen Ort, aber eine Menge Mut.

Liebe Susanne ich wünsche Dir viele liebe Menschen auf Deinem neuen Lebensabschnitt.und natürlichauch viel Erfolg aufDeinem neuen 9 Jahre Weg.
liebe Grüße auch an Deine Familie von Stefanie Halisch
Stefanie Halisch am