9 Jahre Kunst liebt Mut: Neue Wege, gleiche Leidenschaft
Wie alles begann: Neun Jahre voller Kunst
Inhalt
"Plötzlich wurde mir gekündigt." So beginnt die Geschichte meiner Kunstgalerie.
Das war 2016 und in diesem Jahr habe ich meinen Traum wahr gemacht. Eine Galerie, die offen und einladend ist, Kunst und Menschen verbindet. Das war meine Idee.
Dann habe ich die Räume hier in der Könneritzstraße 24 entdeckt. Sie sahen da noch nicht gut aus, es gab viel zu tun. Doch in meiner Fantasie waren es der perfekte Ort!
So sahen die Räume zur Besichtigung aus:
Im November 2016, nach einigen Wochen des Planens, Renovieren, Räumens und Gestaltens habe wir hier Eröffnung gefeiert. Mein Papa war dabei, mein Mann, meine Dackeldame und all meine Helferinnen und Unterstützer, meine Freunde, Bekannte, alle, die ich kannte, habe ich eingeladen.
Damals hieß die Galerie noch Beuteltier-Art. Seitdem ist die Galerie gewachsen, sie heißt jetzt 'Kunst liebt Mut', doch die Idee ist gleich geblieben.
Hier findest du Kunstwerke, die dir ein gutes Gefühl geben, eine tiefe Erinnerung wecken, mit dir reden. Hier entdeckst du Künstlerinnen und Künstler, die mit Herzblut dabei sein, wunderschöne Werke erschaffen, und eine Botschaft haben.
Wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich die übervollen Abende zum WGT. Ich erinnere mich noch genau an die Lesung mit Christian von Aster, bei der sich gezeigt hat, dass auch mehr als 100 Leute ganz leise einer Lesung lauschen können.
Ja, hier findet Kultur statt, es gibt Lesungen, Konzerte, besondere Ausstellungen zum Wave Gotik Treffen oder zum CSD. Hier lernen sich Menschen kennen, hier entstehen Freundschaften und ich habe gehört, sogar Paare haben sich gefunden. Hier werden Geschichten erzählt und Ideen für neue Projekte gesponnen.
Das Fernsehen war hier, Berühmtheiten wie Luci van Org, Florentine Joop, Anita Hegerland, Christian von Aster und Fabian Kahl und viele unglaublich wunderbare, kreative Menschen waren hier, sind hier, sie machen Kunst und sie kaufen Kunst.
Wir haben gemeinsam etwas Großartiges aufgebaut.
Die Galerie ist ein Ort für Emotionen und eine Bühne für Künstlerinnen, die etwas zu sagen haben. Hier haben sich Menschen in Kunstwerke verliebt!
Diese Atmosphäre, die entsteht, wenn ihr diesen Ort zu eurem zweiten Wohnzimmer macht. Jede Begegnung in diesen Räumen hat mich geprägt und zeigt mir:
"Kunst braucht keinen starren Rahmen, keine konventionellen Regeln. Sie braucht Leidenschaft und Menschen, die sie sehen."
Warum jetzt Zeit für ein neues Format ist
In den letzten neun Jahren hat sich vieles bewegt. Wir haben eine Pandemie überstanden, erleben politische Umbrüche und spüren die Energiekrise. Aktuell fordert uns die unruhige Weltlage täglich heraus.
Nicht nur die Welt da draußen hat sich verändert, sondern auch die Galerie, meine Künstler:innen und ich selbst. Der Kunstmarkt wandelt sich und mit ihm die Art, wie wir ausgehen und Kultur erleben. Das hat auch meinen Blick darauf geschärft, wie ich Kunst & Mut und meine Mission, Kunst und Menschen zu verbinden, am besten unterstützen kann.
Ich habe gemerkt: Wenn ich im Laden stehe und auf Laufkundschaft warte, fehlt mir am Ende die Zeit für das, was wirklich zählt:
- Kunstwerke sichtbar machen
- Künstler:innen strategisch begleiten und unterstützen
- neue digitale Wege gehen
- Ausstellungen an ganz besonderen Orten organisieren
- Kunst und Menschen verbinden
Darum möchte ich weg von starren Öffnungszeiten und hin zu einer neuen Arbeitsweise, mit der ich mehr bewegen kann. Ich möchte mit voller Energie und echtem Fokus arbeiten und darum verwandele ich die feste Galerie in einen flexiblen Studio-Modus.
Das bedeutet kein Ende, sondern eine Professionalisierung. Ich tausche das Schaufenster gegen einen kreativen Arbeitsraum, in dem ich mich voll auf den digitalen Aufbau und gezielte Projektarbeit konzentrieren kann.
Statt dauerhaft geöffneter Türen möchte ich künftig Pop-up-Events organisieren: An Orten, die richtig gut zur jeweiligen Kunst passen. Auch Studio-Abende im kleinen, persönlichen Rahmen sind geplant, denn die echten Begegnungen mit euch möchte ich auf keinen Fall missen.
Was heißt das konkret?
Vielleicht fragst du dich jetzt: „Und was wird aus der Kunst?“ Keine Sorge, ich hänge den Galerie-Hut nicht an den Nagel. Ich setze ihn nur anders auf. Mein neues Studio wird kein klassischer Laden, sondern ein Ort für konzentrierte Arbeit, Video-Produktionen und Beratung für kreative Menschen, um selbst zu verkaufen.
- Events statt Alltag: Ich werde künftig gezielte Pop-up-Ausstellungen gestalten. Ob in einer alten Eisengießerei, einer Industriehalle oder an ganz ungewöhnlichen Orten (der botanische Garten steht da auf meiner Wunschliste weit oben), ich möchte die Kunst dorthin bringen, wo sie die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.
- Digitaler Rückenwind: Ich werde mein Wissen und Erfahrungen zum Thema Website und Webshop mit Shopify nutzen, um Künstler:innen online so aufzustellen, dass ihre Werke unabhängig von Ladenöffnungszeiten gesehen und gekauft werden.
- Zeit für Tiefe: Ohne den Galerie-Alltag habe ich wieder den Kopf frei für das, was mir am wichtigsten ist: Die individuelle Beratung meiner Sammler:innen und die strategische Planung für meine Künstler:innen
Danke für die Reise, und auf alles, was kommt
Neun Jahre sind eine lange Zeit. Ein riesiges Dankeschön geht an meine Künstler:innen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, an meine Unterstützer und Kunstliebhaber, die Kunst ein Zuhause geben und ein Herz für Kultur haben, und an jeden von euch, der zum Kunst erleben, auf ein Glas Wein oder ein Gespräch vorbeigekommen ist. Dank euch ist „Kunst liebt Mut“ so ein wundervoller Ort!
Wie gesagt: Wir feiern hier keinen Abschied, sondern ein Jubiläum mit Ansage. Bleibt unbedingt dran, und holt euch am besten gleich den Newsletter, wenn ihr ihn nicht schon habe. Das nächste Event wird nicht mehr hier statt finden, dafür umso intensiver.
Und jetzt brauche ich dich:
Damit dieses neue Kapitel starten kann, suche ich aktuell eine Nachfolge für meine Räume:
Für meine wunderschönen aktuellen Räume suche ich Menschen mit Visionen, die diesen Ort ab Mai weiter mit Leben füllen wollen.
Zum Schluss eine kleine Bitte:
- Was war dein schönster Moment in 9 Jahren „Kunst liebt Mut“?
- Welche Ausstellung oder Begegnung ist dir im Gedächtnis geblieben?
- Welches Kunstwerk oder Erlebnis hat dich besonders berührt?
Schreib es mir in die Kommentare. Ich freue mich riesig darauf, heute ein bisschen mit dir in Erinnerungen zu schwelgen.
Susanne Höhne
Ich bin Susanne, die Gründerin von Kunst liebt Mut. Nach 9 Jahren mit eigener Galerie in Leipzig möchte ich Räume abgeben, um Kunst noch freier erlebbar zu machen.
Bald kuratiere ich Kunstwerke für meinen Webshop, plane Pop-up-Events und begleite Künstlerinnen dabei, ihren eigenen Weg in den Markt zu finden.
Ich glaube fest daran: Kunst braucht keinen festen Ort, aber eine Menge Mut.
Auf den Mut, deine Susanne
